Flugförderung mit Saug- oder Druckbetrieb
Flugförderanlagen transportieren Schütt- und Stückgüter mit geringer Produktbeladung, großen Luftmengen und hohen Strömungsgeschwindigkeiten. Die Fördergeschwindigkeit liegt abhängig vom Fördergut und der Förderstrecke bei etwa 20 bis 30 m/s.
Das Verfahren eignet sich nicht für empfindliche, abrasive oder haftende Schüttgüter. Leichte, gut fließfähige Schüttgüter wie Kunststoffgranulate, Holzpellets oder Holzstaub können mit Flugförderung transportiert werden.
Auslegung der Flugförderanlage
Die Geschwindigkeit in der Rohrleitung muss so hoch sein, dass sich das Fördergut nicht in der Leitung absetzt. Dafür werden zuerst die Schwebegeschwindigkeit des Förderguts und der Druckverlust während der Förderung ermittelt.
Der Druckverlust wird unter anderem durch Rohrleitungslänge, Rohrdurchmesser sowie Anzahl und Form der Bögen beeinflusst. Auf dieser Grundlage werden die notwendige Förderluftmenge und der Förderdruck berechnet.
Saugförderung mit Unterdruck
Bei der Saugförderung sitzen Ventilator oder Gebläse zusammen mit Filter und Polizeifilter am Ende des Förderprozesses und erzeugen den Förderstrom mittels Unterdruck.
Das Produkt wird über eine Sauglanze, einen Aufgabeschuh oder eine Zellenradschleuse dem Luftstrom zugeführt. Dieses Verfahren wird vorwiegend für leicht zu fördernde Schüttgüter und kürzere Distanzen als bei einer Flugförderung mit positivem Druck eingesetzt.

Druckförderung mit Überdruck
Bei der Druckförderung wird die Förderluft am Anfang der Förderstrecke mit Überdruck zugeführt. Flugförderanlagen werden mit Gebläsen in einem Druckbereich bis etwa 0,8 bar betrieben.

Aufgabe und Drucklufterzeugung
Zur Drucklufterzeugung werden Gebläse, Ventilatoren, Seitenkanalverdichter oder Drehkolbengebläse eingesetzt. Über einen Aufgabeschuh oder eine Zellenradschleuse wird das Fördergut dosiert dem Luftstrom zugeführt.
Weitere pneumatische Förderprinzipien und die Abgrenzung zur Dichtstromförderung finden Sie in der Übersicht der pneumatischen Fördersysteme.